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SENF-EXKURS
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Senf, ein natürliches Gewürz als Genuss- und Heilmittel.
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Senf weiss: Brassica alba
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Zur
Familie der Kreuzblütler gehörende, einjährige Kulturpflanze, die in der
Schweiz auch verwildert vorkommt. Sie wird etwa 80-100 cm hoch, die Blüten
sind blassgelb. Die Samen (Körner) sind ca. 2mm dick, weiss bis gelblich und
enthalten das Senfglukosid Sinalbin, das mit dem eiweissartigen Ferment Myrosin
und Wasser das ätherische Sinalbin-Senföl abspaltet. Weiterhin enthalten die
Körner ca. 30% Öl und ca. 28% Eiweiss.
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Senf schwarz: Brassica nigra
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Die
schwarze, einjährige Senfstaude wird bis 100 cm hoch, trägt gelbe Blüten und
deren rotbraune Senfkörner werden ca. 1 mm dick.
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Anbaugebiete
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Beide
Senfsorten gedeihen am besten in klimatisch gemässigten Zonen. Die
Anbaugebiete sind: Holland, Frankreich, Tschechien, die baltischen Staaten,
Russland, China, sowie die USA und Kanada. Die Blütezeit dauert von Mai bis
August. Die Früchte haben die Form einer Schote, die jeweils 4 bis 24 Körner
tragen.
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Produktion von Speisesenf
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Nach
der Ernte werden die Körner sorgfältig sortiert und gereinigt. Erst kurz vor
der Senffabrikation werden die Körner zermahlen. Das so gewonnene Senfpulver
wird je nach Rezept mit Essig, Wein oder Wasser sowie Salz, Zucker und
Gewürze zu einer cremigen Paste gerührt. Weiters dazu siehe unter:
Produktionsverfahren.
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Verwendung von Senf
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Vorwiegend
wird der Senf als Würzmittel in der Küche verwendet. Doch hat er auch als
Heilmittel seine Anwender gefunden. In der Naturheilkunde werden ihm
besonders zwei Eigenschaften zugesprochen; einerseits wirkt er stimulierend
auf die Verdauung und regt andererseits den Blutkreislauf an.
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Geschichte
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Seit
Jahrhunderten kennt und schätzt man Senf. Schon in der Antike vermischten die
Ägyptischen Pharaonen ihre Speisen mit zerstossenen Senfkörner. Die Griechen
verwendeten den Senf vor allem zu therapeutischen Zwecken und kurierten unter
anderem mit dem Auflegen von Senfwickel Stoffwechselprobleme. Doch im
Mittelalter verschwand der Senf vorübergehend aus der Küche und tauchte erst
im 13. Jahrhundert wieder auf. Zur Zeit des Sonnenkönig Ludwig XIV wurde die
Rezeptur des Senfs in Frankreich verfeinert. Seit damals eroberte die scharfe
gelbliche Würzpaste ganz Europa.
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Inhaltsstoffe
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Je
nach Senfsamenart enthalten die Körner verschiedene Inhaltsstoffe. Die
wichtigsten Inhaltsstoffe sind: Öle, Proteine, Schleimstoffe, Myrosinase,
Sinalbin und Sinigrin.
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Öle: Der Ölgehalt der Senfsamen liegt bei 25-35% und das Öl ist
geschmacklos. Da es die Verarbeitung erschwert, wird es bei einigen
Verarbeitungsverfahren abgepresst, wird heute aber kaum mehr angewandt. Das
Öl enthält besonders viele Triglyceride und Erucasäure, wodurch es dem Rapsöl
sehr ähnlich ist. Senföl hat eine gelbe Farbe und besonders viel Vitamin E
(Tocopherol), das das Ranzigwerden verhindert. Solange das Öl beim Senf
belassen wird, wirkt es wie ein Antioxidans und verhindert einen Qualitätsverlust
durch Geschmacksveränderung.
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Proteine: Proteine (Eiweissverbindungen) sind die zweite grosse
Inhaltsstoffgruppe im Senf. Diese können allerdings mit dem menschlichen
Gaumen sensorisch nicht wahrgenommen werden. Sie haben beim Senfmehl die
Eigenschaft von hoher Wasserbindefähigkeit, die bis zu einem vierfachen des
Senfmehles betragen kann. Stärke kommt im Senfsamen nicht vor.
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Schleimstoffe: Der Schleimstoff der durch Aufweichen der Epidermis
(äussere Zellschicht des Samens) entsteht, ist vollkommen geschmacksneutral
und beeinträchtigt die Verarbeitung in keiner Weise. Besonders weisse
Senfsamen enthalten Schleim, die braunen nur einen kleinen Anteil.
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Myrosinase: Diese Enzym ist der wichtigste Stoff der Senfsamen, da es
bei Benetzung die stechend scharf schmeckenden Senföle freisetzt. Ohne dieses
natürliche Enzym wäre die Senfproduktion kaum möglich.
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Sinalbin: Sinalbin ist ein Senfölglucosid, welches bei Weissen
Senfsamen vorkommt. Durch das Enzym Myrosinase wird Sinalbin bei
Flüssigkeitszusatz in Form von Essig, Wein oder Wasser zu den vermahlenen
Senfkörnern in p-Hydroxybenzylsenföl und weitere Stoffe gespalten. Dieser
Stoff ist nicht flüchtig, das heisst er kann mit der Nase nicht gerochen
werden, ist aber sehr scharf. Ein anderer Vorteil ist, dass er nicht zerfällt
und die Schärfe deshalb auch bei längerer Lagerung behält. Gleichzeitig hat
der Stoff Sinalbin eine bakterizide Wirkung und verhindert das Auftreten von
Bakterien.
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Sinigrin: Sinigrin tritt bei Schwarzem Senf auf und es entsteht nach
Spaltung mit dem Enzym Myrosinase das Allylsenföl. Dieses ätherische Öl mit
stechendem Geruch ist wasserunlöslich und sehr leicht flüchtig, weshalb es im
Senf relativ schnell abnimmt. Soll es im Senf verbleiben, so ist dieser in
geschlossenen Gefässen zu verarbeiten. Das farblose, stechend riechende
Allylsenföl regt die Tränensekretetion der Augen an.
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